Terrassenbeläge im Vergleich: Holz, Thermoholz und WPC

Vergleich von Hartholzdielen, Thermoholz und WPC: Verlegung, Pflegeaufwand und Schwachstellen der einzelnen Materialien.

Du wünschst dir eine Terrasse am Pool oder einen gemütlichen Platz, um abends mit der Familie unter dem Baum zu essen. Bevor du jedoch Tisch und Stühle auswählst, solltest du dich für den passenden Terrassenbelag entscheiden. Die verschiedenen Terrassenmaterialien unterscheiden sich vor allem durch den benötigten Unterbau und den Pflegeaufwand im Alltag.
Manche Beläge lassen sich direkt auf dem Boden verlegen, andere erfordern ein solides Betonfundament. Wähle das Material daher frühzeitig aus – am besten noch bevor die Betonplatte gegossen und das Gefälle angelegt werden. So wird deine Terrasse garantiert eben, die Arbeiten verlaufen nach Plan und du kannst die Fläche später problemlos erweitern.
Dieser Ratgeber vergleicht drei beliebte Materialien:
- Echtholzdielen,
- Thermoholz,
- WPC-Dielen (Composite).
Echtholzdielen: angenehm warm, aber mit jährlichem Pflegeaufwand
Das Material. Dielen aus massivem Hartholz. Stell dir eine edle Holzterrasse mit einem Whirlpool und Pflanzkübeln am Rand vor. Im Sommer sitzt du hier direkt neben dem Blumenbeet – tagsüber in der Sonne und abends am knisternden Feuer.
Die Vorteile. Holz fühlt sich natürlich warm sowie angenehm an und erhitzt sich auch bei starker Sonne nicht übermäßig. Es fügt sich harmonisch in das Grün deines Gartens ein. Zusammen mit einem Esstisch, einem Sichtschutz und einer kuscheligen Decke wird die Terrasse so gemütlich wie ein zweites Wohnzimmer.
Der Haken. Eine Terrasse oder Dachterrasse aus Holz erfordert regelmäßig Zeit und Arbeit. Reinige und öle das Holz mindestens einmal im Jahr. Das Öl schützt vor Abnutzung und verhindert, dass die Dielen ausbleichen. Ohne diese Pflege verliert die Holzterrasse rasch ihre schöne Optik.
Welches Holz eignet sich am besten für Terrassendielen?
Setze unbedingt auf ein Hartholz. Exotische Hölzer wie Merbau, Bangkirai und Masaranduba sind ebenso gut geeignet wie sibirische oder europäische Lärche. Fichte und Kiefer eignen sich dagegen nicht für den Außenbereich: Sie sind schlicht zu weich für die tägliche Belastung und beschädigen schnell.
Zwei Wege zur eigenen Holzterrasse
- Auf einem Betonfundament. Die Unterkonstruktion liegt stabil auf Beton auf, worauf die Dielen verschraubt werden. Du kannst das Fundament zusätzlich im Boden verankern. Diese Konstruktion ist extrem robust und langlebig.
- Direkt auf dem Boden. Diese Variante lässt sich schneller und günstiger umsetzen, ist jedoch deutlich weniger langlebig.
Platziere bei beiden Methoden spezielle Unterlegscheiben oder Bautenschutzmatten zwischen den Balken und dem Beton. Sie verhindern den direkten Kontakt und halten die Bauteile zuverlässig zusammen.
Häufiger Fehler: Holz, das direkt auf dem Beton liegt. Es saugt Feuchtigkeit auf und fängt an zu faulen. Halte außerdem eine Fuge von 5 mm zwischen den Dielen ein, damit sich das Holz bei Temperaturschwankungen ungehindert ausdehnen und zusammenziehen kann.
Überlasse den Bau am besten Fachleuten, die über das richtige Werkzeug verfügen und wissen, wie Holz als Werkstoff arbeitet.

Thermoholz-Terrassenbelag: Was bewirkt die Hitzebehandlung?
Durch Hitze wird heimisches Holz formstabil und widerstandsfähig gegen Fäulnis. Allerdings macht die Behandlung das Holz auch spröder und lässt es in der Sonne schneller verblassen.
Das Material. Eine moderne Alternative zu herkömmlichem Holz und WPC. Thermoholz besteht aus heimischem Holz – meist Kiefer oder Esche –, das unter hohen Temperaturen und Wasserdampf behandelt wird. Da dieses Verfahren ohne Chemikalien auskommt, bleibt der Werkstoff vollkommen natürlich und gesundheitlich unbedenklich.
Die Vorteile. Durch die thermische Behandlung wird das Holz dunkler und verändert seine Eigenschaften: Der enthaltene Zucker kristallisiert. Dadurch bleiben die Dielen absolut formstabil, schimmeln nicht und können nicht faulen. Ein zusätzlicher Schutzanstrich ist eigentlich nicht erforderlich.
Der Haken. Thermoholz reagiert empfindlich auf UV-Strahlung und verliert schnell seinen ursprünglichen Farbton. Viele Terrassenbesitzer ölen es deshalb trotzdem. Der Aufwand ist jedoch geringer als bei unbehandeltem Holz, da nur die Oberseite der Dielen geölt werden muss.
Häufiger Fehler: Thermoholz wie normales Holz zu schneiden und zu befestigen. Durch die Hitzebehandlung ist das Material spröde und neigt zu Rissen. Verwende deshalb nur die vom Hersteller empfohlenen Schrauben oder Nägel und bohre alle Löcher zwingend vor.
Ansonsten verlegst du Thermoholz genauso wie Lärche oder exotisches Hartholz.

WPC oder Holz: Welches Terrassenmaterial ist pflegeleichter?
WPC-Dielen erfordern zwar deutlich weniger Pflege als Holz, sind aber nicht völlig wartungsfrei.
Das Material. Die ideale Wahl für alle, die sich eine Holzoptik wünschen, aber wenig Zeit für die Instandhaltung aufbringen möchten. WPC-Dielen (Wood-Plastic-Composite) bestehen aus Holzmehl, Kunststoffen und Additiven. Sie sehen aus wie echtes Holz, umgehen jedoch die meisten seiner Schwachstellen.
Die Vorteile. WPC-Dielen quellen nicht auf und splittern nicht. Sie sind extrem witterungsbeständig sowie resistent gegen Pilze, Bakterien und Insekten. Im Laufe der Zeit können allerdings Kratzer entstehen. Diese lassen sich meist einfach mit einer Drahtbürste oder Schleifpapier entfernen: Schleife dazu die Stelle vorsichtig entlang der Rillen ab.
Der Haken. WPC-Dielen erhitzen sich an heißen Sommertagen stark. Bei einer unüberdachten Terrasse mit Süd- oder Südwest-Ausrichtung solltest du diesen Punkt genau bedenken.
Theoretisch benötigt WPC weder eine Imprägnierung noch besondere Pflege. In der Praxis lässt die UV-Strahlung die Dielen mit der Zeit jedoch etwas ausbleichen, und fettige Flecken können dauerhafte Spuren hinterlassen. Um die Farbe aufzufrischen und das Material zu schützen, hilft eine spezielle Imprägnierung oder ein WPC-Pflegeöl.
Welcher Belag passt am besten zu deiner Terrasse?
Entscheidend sind dein persönlicher Pflegeaufwand und die Sonneneinstrahlung auf deiner Terrasse. Diese Übersicht vergleicht die drei Materialien miteinander.
| Kriterien | Echtholzdielen | Thermoholz | WPC-Dielen |
|---|---|---|---|
| Pflege | Mindestens einmal jährlich reinigen und ölen | Oberseite ölen, um den Farbton zu erhalten | Imprägnierung oder Auffrischer bei Farbverlust |
| Schwachstelle | Fault bei direktem Betonkontakt | Spröde: Schraublöcher unbedingt vorbohren | Erhitzt sich stark in der Sonne |
| Geeignet für | Geringen Pflegeaufwand unter Überdächern oder ohne pralle Südsonne | Natürliche Holzoptik ohne Fäulnisrisiko | Wenig Pflege unter Dach oder fern von der Südsonne |
Schau dir die Dielen oder Fliesen vor dem Kauf persönlich an: Fasse das Material an und vergleiche die Haptik. So bekommst du ein besseres Gefühl für die Qualität und Haltbarkeit des Produkts.
Das Design kannst du schon vor dem Einkauf planen. Zeichne deine Terrasse in Home Planner, miss die Fläche aus und teste verschiedene Beläge direkt auf deinem Plan in 2D und 3D. Ergänze passende Möbel bekannter Marken und erstelle eine fotorealistische Vorschau deines Projekts. Für die Räume im Haus kannst du vorgefertigte Grundrisse für Schlafzimmer, Badezimmer oder Wohnzimmer nutzen. Entscheide erst danach, welche Dielen du kaufst.
Probiere es an deinem eigenen Projekt aus
Kostenlose App für iPhone, iPad, Mac, Android und Windows.


